Die Fleischerei Lohff in Travemünde

Seit über 135Jahren wird auf Qualität gesetzt
Im Juni 2008 kanndie Fleischerei Lohff auf eine 135 Jahre alte Fleische-
reigeschichtezurückblicken. Es war 1873 als der in Schwartau geborene Wilhelm Andreas Lohffmit dem Meisterbrief in der Tasche von Dassow nach Travemünde kam und sich inder Torstraße selbständig machte. Damit begann die jetzt 125-jährige Geschichteder Fleischerei Lohff.
Er brachte seineFrau Luise und seine beiden Söhne Ernst und Hermann mit. Schnell wurde dieFamilie in Travemünde heimisch. Es sprach für die Beliebtheit von WilhelmAndreas Lohff, dass ihn ein Fleischermeister aus Travemünde ansprach, ihm seingerade vor zwei Jahren gebautes Haus
mit Laden und dem ersten Schaufenster, dases in Travemünde gab,
zum Kauf anbot.
Das war 1884 undWilhelm Andreas Lohff griff sofort zu. Wenn auch das Geld nach dem Kauf desHauses knapp war, besaß Wilhelm Andreas dennoch ein großes Kapital "seinenFleiß". Mit seinen beiden Söhnen,
die auch in der Fleischereimitarbeiteten schaffte man es den Betrieb auszubauen. In dieser Zeit wurde dasVieh meist aus Mecklenburg herangetrieben und im eigenen Schlachthausverarbeitet.
Das Fleisch wurdein einem unterirdischen, mit getrocknetem Seetang gedämmten Keller, der mitNatureis, welches von den Fischern im Winter zurechtgesägt wurde, gekühlt.
Während im erstenWeltkrieg Vater Wilhelm Andreas zusammen mit Sohn Ernst in Travemünde die Fleischereibetrieb, war Sohn Hermann an der Front.
Regelmäßig bekamer genaue Lageberichte, wie es zu Hause aussah und wie das Geschäft ging.
Einmal erreichteihn aber mit der Feldpost eine Todesnachricht: am 07. Juli 1916 war sein Vater,der Gründer der Fleischerei Lohff im 73. Lebensjahr verstorben. Nun führten diebeiden Brüder den Betrieb gemeinsam weiter, bis sie laut Gesellschaftervertragam 01. Januar 1930 ihre Söhne - Friedrich (Sohn von Hermann) und Wilhelm (Sohnvon Ernst) mit in die Firma aufnahmen.
Die Zeitenzwischen den beiden Weltkriegen brachten ein auf und ab, letztlich aber dochden Durchbruch Travemündes zum internationalen Ostseebad.
Kein Wunder, dassdie Fleischerei Lohff davon Ihren Nutzen hatte, aber nur, weil jeder an seinerStelle mit Pflichterfüllung und Fleiß bei der Sache war. Als Friedrich Lohff1931 die Lübecker Fleischertochter Wally Kohl heiratete, war sie die erste Frauim Laden - solange galt das als reine Männersache.
Das Schicksalerlegte es ihr auf, diese Rolle vier Jahrzehnte zu spielen, denn als ihr Mann1960 plötzlich starb, führte sie das Geschäft weiter. Sie entwickelte denBetrieb zum guten Ladengeschäft und wusste mit ihrer gewinnbringenden Art denKontakt zu den Kunden zu pflegen. Dass zwei ihrer Söhne, Walter und Peter, dieTradition fortführen wollten war fast schon eine Selbstverständlichkeit. Sohaben die beiden Meister - der eine "Walter" von 1959 an, der jüngere"Peter" von 1967 an das Geschäft von Wilhelm Lohff übernommen undführten es nach dem Rückzug von Wally Lohff alleine weiter. Auch Ihre beidenEhefrauen Rita und Ute Lohff standen ihnen zur Seite zusammen mit den anderenMitarbeitern des Geschäfts. Man mag es bis dahin Festhalten an der Traditiongenannt haben, oder auch nicht, erfreulich war es auf jeden Fall, dass derLaden erstmals seit seiner Eröffnung 1882 im Jahre 1964 und ein weiteres Mal1984 großzügig ausgebaut wurde. Er entsprach damit der Leistungsfähigkeit derFleischerei Lohff, deren guter Ruf durch holsteinische Landrauchwaren, Spießbraten,Aufschnittspezialitäten und hausgemachte Salate begründet ist. Nachdem Walterund Rita Lohff sich in den Ruhestand begaben, traten nacheinander die Söhne vonPeter und Ute Lohff in das Geschäft ein. Christian erlernte das Handwerk inEutin und legte die Meisterprüfung 1990 in Frankfurt ab. Martin lernte inPansdorf und auch er war 1993 soweit, dass er in Hamburg seine Meisterprüfungablegte. Lernen kann man nie genug, deshalb wurden beide "Betriebswirtedes Handwerks". Christian lernte seine Frau Elke beim Studium zumBetriebswirt des Handwerks kennen und nach den Prüfungen kam auch sie in dieFleischerei Lohff. 1992 gab der Kollege Backmann sein Geschäft auf. Wirübernahmen dessen Geschäft und bauten den Laden um.
Elke undChristian Lohff führen jetzt dieses Geschäft eigenständig. Sie erweiterten dasAngebot des Geschäftes durch den Partyservice, der auch in der Vorderreihe seitJahren ein fester Bestandteil des Angebotes ist. Des Weiteren errichteten sieeinen Menüdienst, der sich bereits recht gut etabliert hat. Bis zum Jahre 1997wurden ständig Erneuerungen in den Betriebsräumen vorgenommen. Sie sind jetztauf dem modernsten Stand. Es wurde dort nichts ausgelassen, von denSozialräumen über Wärmerückgewinnungssysteme und Waagenverbundanlage bis hinzum Müllkühlraum. Transportiert wird nur im Kühlfahrzeug und über Rohrbahnen"ohne schwere Lasten zu heben".
Im Frühjahr 1998wurde der Laden in der Vorderreihe 19 erneut umgebaut, vergrößert und moderneingerichtet. Unsere Wurstwaren werden immer noch nach alter Traditionhergestellt und in unserem eigenen gut 135 Jahre alten Katenrauch geräuchert.
Das Fleisch fürunsere leckeren Wurstwaren beziehen wir aus der Umgebung. Unser Rindfleischbekommen wir aus Grammersdorf, direkt am Hemmelsdorfer See sowie ausTeutendorf. Unsere Schweine beziehen wir aus Rethwischfeld in der Nähe vonOldesloe. Die Tiere werden nach nur 2km Fahrt bei der kleinenPrivatschlachterei Schacht in Oldesloe geschlachtet, die den EU-Normen vollentspricht und deshalb auch eine EG-Zulassung hat. Wir holen unsere Tiere mitunserem Kühlfahrzeug ab und bringen Sie unverzüglich in unsereProduktionsräume.
135 JahreFleischerei Lohff - eine Tradition der wir uns auch weiterhin verpflichtetfühlen und auf die wir ein klein wenig Stolz sein dürfen, vor allem deshalb,weil das alles nur durch unsere vielen Stammkunden erreicht wurde. Dafür dankenwir sehr und schauen optimistisch in die Zukunft.
Am 1.7.2001 habensich Ute und Peter Lohff in den wohlverdienten Ruhestand begeben und im Zugeeiner Fusion beider Geschäfte haben Martin und Christian Lohff dieGeschäftsführung übernommen.
Im Jahre 2008wurde in Travemünde noch ein neuer Laden eröffnet, dieser Laden beherbergtunter anderem einen Imbissbereich.



